ESRS Exposure Drafts - Änderungen bei Environment
- Julien Pezet

- 25. Aug. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) durchlaufen aktuell eine Überarbeitung, die vor allem eines zum Ziel hat: weniger Datenpunkte, weniger Redundanzen und mehr Klarheit für Unternehmen.
Die neuen Exposure Drafts zeigen deutliche Vereinfachungen und Straffungen quer durch alle Umweltstandards.

E1 – Klimabezogene Angaben: Klarer, kompakter, flexibler
Die Änderungen im Bereich Klimaschutz und -risiken sind besonders signifikant. So wurden die Datenpunkte um 53 % reduziert, die Gesamtwortzahl sogar um 65 %.
E1-1 Übergangsplan
Die Angabepflichten hinsichtlich der Offenlegung von Übergangsplänen wurden vereinfacht und präzisiert.
Struktur verbessert: Beginn mit Identifikation von IROs (E1-2), danach Bewertung der Resilienz gegenüber Klimarisiken (E1-3).
E1-2 Klimabezogene Risiken und Szenarioanalyse
Die Offenlegung wurde erheblich vereinfacht. Ziel ist es, die Offenlegung auf spezifische Informationen zu konzentrieren, die für die Bewertung relevant sind.
Unternehmen sollen die zentralen Elemente ihrer Klimarisiko-Bewertungsmethodik offenlegen – eine Szenarioanalyse ist jedoch nicht für alle verpflichtend.
E1-3 Resilienz im Zusammenhang mit dem Klimawandel
Die Formulierungen wurden angeglichen an IFRS S2.22 und Wiederholungen wurden gestrichen.
E1-4 Konzepte im Zusammenhang mit dem Klimaschutz
Vorher E1-2.
Beschreibung der Richtlinien zu Klimaauswirkungen, Risiken & Chancen wurden zu ESRS 2 verschoben.
Verschiebungen und Vereinfachungen, um Redundanzen zu vermeiden und Lesbarkeit zu verbessern.
E1-5 Maßnahmen und Mittel im Zusammenhang mit Klimaschutz
Vorher E1-3.
keine wesentlichen inhaltlichen Änderungen, hauptsächlich Neuordnung und Straffung.
E1-6 Ziele im Zusammenhang mit dem Klimaschutz
Vorher E1-4.
Konzentration auf absolute THG-Reduktionsziele, Übereinstimmung mit Systemgrenzen und dem 1,5°C-Ziel.
Verbot von CO₂-Entnahmen, Gutschriften und vermiedene Emissionen zur Zielerreichung bleibt bestehen.
Insgesamt weniger Datenpunkte und mehr Flexibilität aber dadurch geringere Vergleichbarkeit und Transparenz.
E1-7 Energieverbrauch und Energiemix
Vorher E1-5.
Angabepflichten wurden vereinfacht und Inhalte wurden gestrafft, bleiben im Kern aber gleich.
Angaben zu Sektoren mit hoher Klimawirkung wurden gestrichen.
E1-8 THG-Bruttoemissionen der Kategorien Scope 1, 2 und 3
Vorher E1-6.
Vereinfachung bei Erhebung der Unternehmensgrenzen (financial control approach).
Treibhausgasintensität pro Nettoumsatz wurde gestrichen.
Angabepflichten wurden gestrafft und redundante Absätze gestrichen. Angaben bleiben aber im Kern gleich.
E1-9 Entnahme von THG und Projekte zur Verringerung von Treibhausgasen, finanziert über CO2-Zertifikate
Vorher E1-7.
Inhalte zu CO₂-Entnahmen in der Wertschöpfungskette und CO₂-Zertifikaten außerhalb der Wertschöpfungskette wurden klarer und strukturierter gestaltet.
Einige Komplexe Anforderungen wurden gestrichen.
E1-10 Interner CO2 Preis
Vorher E1-8.
Inhalte zum internen CO₂-Preis wurden gestrafft, behalten aber zentrale Datenpunkte bei; weitere Anforderungen wurden zur Vereinfachung entfernt.
E1-11 Erwartete finanzielle Effekte wesentlicher physischer Risiken und Übergangsrisiken sowie potenzielle klimabezogene Chancen
Vorher E1-9.
E2 bis E5: Fokus auf Wesentliches
Auch bei den anderen Umweltstandards zeigt sich ein klarer Trend: weniger Datenpunkte, weniger Textumfang, vereinfachte Anforderungen.
E2 - Umweltverschmutzung
Reduzierung der Datenpunkte um 61 % und eine Reduzierung der Gesamtwortzahl um 68 %.
Datenpunkt vorher “Angabepflicht im Zusammenhang mit ESRS 2 IRO-1" gestrichen
Angabepflichten wurden vereinfacht, redundante Absätze gestrichen, und Inhalte wurden gestrafft, um sie an den Hauptinhalt des Datenpunkts E2-4 (Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung) anzupassen.
Erwartete finanzielle Auswirkungen” (vorher E2-6) gestrichen; werden für alle Themenstandards übergeordnet in ESRS 2 SBM-3 geregelt.
E3 - Wasser
Reduzierung der Datenpunkte um 70 % und eine Reduzierung der Gesamtwortzahl um 82 %.
Der Begriff „Meeresressourcen“ wurde aus dem Namen der Norm und den zugehörigen Unterthemen gestrichen.
Angabepflichten wurden verkürzt und umstrukturiert, um Klarheit und Konsistenz zu gewährleisten.
Die Gesamtwasserentnahme und die Gesamtwasserableitung, die zuvor optional waren und in AR zu finden waren, wurden ausdrücklich zu obligatorischen Angaben geändert.
Erwartete finanzielle Auswirkungen” (vorher E3-5) gestrichen; werden für alle Themenstandards übergeordnet in ESRS 2 SBM-3 geregelt.
E4 - Biodiversität und Ökosysteme
Reduzierung der Datenpunkte um 78 % und eine Reduzierung der Gesamtwortzahl um 78 %.
Die Anleitung zum LEAP-Ansatz wurde eliminiert aufgrund methodischer Herausforderungen.
Unternehmen entscheiden selbst, welche Biodiversitätsmetriken (Landnutzungsänderung, invasive Arten, Zustand von Arten und Ökosystemen) wesentlich sind.
Angaben zu biodiversitätssensitiven Bereichen bleiben enthalten trotz Stakeholder-Kritik
“Erwartete finanzielle Auswirkungen” (vorher E4-6) gestrichen; werden für alle Themenstandards übergeordnet in ESRS 2 SBM-3 geregelt.
E5 - Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
Reduzierung der Datenpunkte um 60 % und eine Reduzierung der Gesamtwortzahl um 72 %.
Fokus der Angabepflichten wird auf „Schlüssel“-Produkte und Services gelegt um Datenerfassung zu vereinfachen.
Angaben wurden reduziert und verkürzt um schwerer definierbare Punkte, wie z.B. Recyclingfähigkeit von Produkten zu vereinfachen.
Zwei neue Datenpunkte bezüglich kritischer und strategischer Rohstoffe und Abfällen mit unbekanntem endgültigen Verbleib.
“Erwartete finanzielle Auswirkungen” (vorher E5-6) gestrichen; werden für alle Themenstandards übergeordnet in ESRS 2 SBM-3 geregelt.

Fazit
Die ESRS Exposure Drafts 2025 zeigen deutlich: Weniger ist mehr. Unternehmen profitieren von vereinfachten Offenlegungspflichten, klareren Strukturen und reduzierten Datenanforderungen. Gleichzeitig steigt die Flexibilität, was die Auswahl der Berichtsinhalte angeht. Allerdings kann dies zu geringerer Vergleichbarkeit und Transparenz führen.
Für Unternehmen heißt das: Fokus auf die wesentlichen Themen, sorgfältige Dokumentation und frühzeitige Anpassung an die neuen Standards.





