Ausblick 2026: Nachhaltigkeit wird operativ
- Julien Pezet

- 14. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Lange Zeit war Nachhaltigkeit vor allem von Zielbildern, Roadmaps und Strategiepapiere geprägt. 2026 markiert einen Wendepunkt: Nachhaltigkeit rückt endgültig in die operative Umsetzung.
Der Fokus verschiebt sich deutlich – weg von immer neuen Ambitionen, hin zu Integration, Steuerung und Resilienz. Unternehmen, die Nachhaltigkeit wirklich in ihre Prozesse, Entscheidungen und Wertschöpfung einbetten, verschaffen sich einen klaren Vorteil in einem zunehmend volatilen Umfeld.

Die zentralen Nachhaltigkeitstrends für 2026
Biodiversität & Kreislaufwirtschaft
Kreislaufwirtschaft entwickelt sich vom Effizienzthema zum strategischen Hebel für Biodiversität. Zirkuläre Modelle reduzieren den Ressourcenverbrauch, entlasten Ökosysteme und stärken langfristig widerstandsfähige Wertschöpfungsketten. Biodiversität wird damit zu einem relevanten Faktor für Geschäftsmodelle, Investitionen und Regulierung.
Produkttransparenz & Digitale Produktpässe (DPP)
Produkttransparenz wird zum neuen Standard. Digitale Produktpässe bündeln strukturierte Informationen zu Herkunft, Materialien, Nachhaltigkeit und Lebenszyklus von Produkten. Sie schaffen Vertrauen, erhöhen die Kreislauffähigkeit und reduzieren Greenwashing-Risiken – und werden durch neue regulatorische Anforderungen zunehmend verpflichtend.
Freiwillige Berichterstattung
Nach Jahren der Informationsflut zeichnet sich ein klarer Trend ab: weniger Daten, mehr Relevanz. Unternehmen setzen stärker auf gezielte, freiwillige Berichterstattung mit strategischem Mehrwert. Wesentliche Themen stehen im Fokus – als Grundlage für bessere Steuerung, glaubwürdige Kommunikation und fundierte Entscheidungen.
Klimaanpassung, Dekarbonisierung & Net Zero
Der Schwerpunkt verlagert sich von reinen Net-Zero-Zielen zur konkreten Umsetzung. Emissionsreduktion entlang von Scope 1–3 wird operativ verankert, physische Klimarisiken rücken ins Management-Radar. Klimaanpassung und Resilienz werden zur Führungsaufgabe – eng verzahnt mit Investitions- und Transformationsentscheidungen.
Digitalisierung & KI
Digitale Tools und KI entwickeln sich zum entscheidenden Enabler für Nachhaltigkeit. Sie ermöglichen automatisierte Datenerhebung, bessere Analysen und integrierte Steuerung – von CSRD über DPP bis hin zu Product Carbon Footprints. Transparenz, Effizienz und Skalierbarkeit werden damit erstmals realistisch umsetzbar.
Diversity, Equity & Inclusion (DEI)
DEI verlässt die Ebene isolierter Initiativen und wird strukturell in Führung, Kultur und Governance verankert. Authentische Inklusion, psychologische Sicherheit und faire Strukturen stärken nicht nur Mitarbeitendenbindung, sondern auch Vertrauen in Führung und Organisation.
Unser Take
2026 entscheidet sich, wer Nachhaltigkeit wirklich steuert.
Nicht die ambitioniertesten Zielbilder machen den Unterschied, sondern die Fähigkeit, Nachhaltigkeit operativ zu integrieren – und damit Organisationen resilienter, steuerbarer und zukunftsfähiger zu machen.





